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Die Moschee ist kein Freitags-Event! Sie ist dein zweites Zuhause

Die Moschee ist kein Freitags-Event – sie ist dein zweites Zuhause

Lesezeit: 9 Minuten | Stand: Januar 2025

Viele Muslime besuchen die Moschee nur freitags. Das Freitagsgebet wird zur Routine. Man kommt, hört die Khutbah, betet und geht wieder. Bis nächste Woche. Aber ist das wirklich die Rolle, die die Moschee in unserem Leben spielen soll? Was würde passieren, wenn du die Moschee nicht als wöchentlichen Pflichttermin siehst, sondern als dein zweites Zuhause?

Die Wahrheit ist: Für die meisten von uns ist die Moschee zu einem Ort geworden, den wir besuchen, nicht zu einem Ort, an dem wir leben. Wir kommen für das Freitagsgebet, vielleicht noch für Taraweeh im Ramadan (und das auch nur die ersten paar Tage), und den Rest des Jahres bleibt die Moschee leer. Dabei hat Allah diese Orte nicht als Event-Locations erschaffen, sondern als Zentren des muslimischen Lebens. Das Haus Allahs war zu Zeiten des Propheten (ﷺ) nicht nur ein Gebetsraum. Es war Bildungszentrum, Treffpunkt, Beratungsstelle und spiritueller Rückzugsort zugleich. Die Sahaba haben dort nicht nur gebetet, sie haben dort gelebt, gelernt und Entscheidungen getroffen, die den Lauf der Geschichte verändert haben.

In diesem Artikel wirst du entdecken, warum die Moschee weit über einen Freitagsbesuch hinausgeht. Du erfährst, wie die Sahaba das Haus Allahs als ihren Lebensraum verstanden haben, welche Vorteile das regelmäßige Gemeinschaftsgebet mit sich bringt und wie du selbst vom Freitagsgast zum Dauergast werden kannst. Lass uns gemeinsam herausfinden, was es bedeutet, das Haus Allahs wirklich zu deinem zweiten Zuhause zu machen.

Was ist die Bedeutung der Moschee im Islam?

Bevor wir darüber sprechen, wie die Moschee dein Leben verändern kann, lass uns zur Grundlage zurückkehren. Was macht die Moschee eigentlich aus? Das arabische Wort “Masjid” bedeutet wörtlich “Ort der Niederwerfung”, ein Ort, an dem wir uns vor Allah niederwerfen. Aber die Bedeutung geht weit über diese Definition hinaus. Wenn wir die Moschee als das Haus Allahs bezeichnen, dann verstehen wir plötzlich die Tiefe dieser Beziehung. Es ist nicht irgendein Gebäude. Es ist ein Ort, den Allah selbst zu Seinem Haus erklärt hat, ein Ort, an dem Er besonders nahe ist, an dem unsere Gebete eine andere Qualität bekommen.

Allah sagt im Quran:

إِنَّمَا يَعْمُرُ مَسَاجِدَ اللَّهِ مَنْ آمَنَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ وَأَقَامَ الصَّلَاةَ وَآتَى الزَّكَاةَ وَلَمْ يَخْشَ إِلَّا اللَّهَ

“Wahrlich, derjenige erhält Allahs Moscheen aufrecht, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Zakah entrichtet und niemanden außer Allah fürchtet.” (At-Tawbah 9:18)

Dieser Vers zeigt uns etwas Entscheidendes. Das Haus Allahs wird nicht durch Ziegel und Mörtel lebendig, sondern durch die Menschen, die es mit Iman, Gebet und Hingabe füllen. Die Moschee zu “erhalten” bedeutet nicht nur, sie sauber zu halten oder finanziell zu unterstützen. Es bedeutet, sie mit deiner Anwesenheit, deinem Gebet und deinem Engagement zu beleben. Die Sahaba haben das verstanden. Für sie war die Moschee kein Ort, den man einmal pro Woche besucht. Sie war der Mittelpunkt ihres Lebens.

Und hier kommt eine Frage, die uns alle zum Nachdenken bringen sollte: Wir sammeln Millionen von Euros, um Moscheen zu bauen. Wir investieren in Grundstücke, Architekten, Baumaterialien. Und wofür? Damit wir einmal in der Woche zum Freitagsgebet kommen, zweimal im Jahr zum Eid-Fest erscheinen und vielleicht die ersten paar Tage im Ramadan zum Taraweeh kommen, bevor wir wieder in die alte Gewohnheit zurückfallen? Allah hat die gesamte Erde zu einer Gebetsstätte gemacht. Wenn wir die Moschee wirklich nur zum Beten nutzen, dann könnten wir das Gebet genauso gut draußen verrichten. Dafür bräuchten wir keine Millionen auszugeben. Diese Millionen könnten wir dann den Hungernden dieser Welt geben, das hätte vielleicht sogar mehr Effekt. Aber die Wahrheit ist: Die Moschee ist für so viel anderes da. Sie ist nicht nur ein Gebetsraum, sondern ein Lebensraum.

Die Moschee als Lebensraum: Was die Sahaba uns lehren

Die Sahaba haben die Moschee nicht nur besucht, sie haben dort gewohnt. Natürlich nicht im wörtlichen Sinne mit Bett und Küche, aber sie haben so viel Zeit dort verbracht, dass die Moschee zu ihrem zweiten Zuhause wurde. Der Prophet (ﷺ) sagte:

“Die liebsten Orte bei Allah sind die Moscheen, und die schlechtesten Orte bei Allah sind die Märkte.”

(Überliefert von Muslim)

Denk mal darüber nach. Die besten Orte sind die Moscheen, die schlechtesten die Märkte, also unsere Einkaufszentren, Shopping-Malls, Konsumtempel. Wo verbringen wir eigentlich unsere Zeit? Viele von uns können Stunden in einem Einkaufszentrum verbringen, von Geschäft zu Geschäft laufen, auch wenn wir nichts Bestimmtes suchen. Aber eine halbe Stunde in der Moschee nach dem Gebet zu sitzen und Quran zu lesen, vielleicht ein bisschen Dhikr zu machen oder einfach in der Ruhe zu sein? Das fällt uns schwer. Wir haben unsere Prioritäten irgendwo auf dem Weg verloren.

Ein Muslim in der Moschee ist wie ein Fisch im Wasser. Das ist sein natürliches Element. Der Fisch braucht das Wasser zum Leben, zum Atmen, zum Gedeihen. Genauso brauchen wir als Muslime die Moschee, um spirituell zu atmen, um uns mit Allah zu verbinden, um in einer Umgebung zu sein, die uns stärkt statt uns abzulenken. Wenn ein Fisch zu lange aus dem Wasser ist, stirbt er. Und wenn wir zu lange von der Moschee fernbleiben, stirbt etwas in uns. Nicht unser Körper, aber vielleicht unser Herz, unsere Verbindung, unsere spirituelle Lebendigkeit.

Die Sahaba haben das verstanden. Sie kamen nicht nur, um ihre Pflicht zu erfüllen. Sie kamen, um bei Allah zu sein. Sie kamen, um zu lernen, sich zu treffen, Probleme zu lösen, Wissen weiterzugeben. Die Moschee war das Zentrum ihrer Existenz. Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) war bekannt dafür, dass er fast den ganzen Tag in der Moschee verbrachte. Nicht weil er musste, sondern weil er wollte. Weil er verstanden hatte, dass es keinen besseren Ort gibt, um zu sein.

Die Belohnung, die wir ignorieren

Stell dir vor, du hättest einen sehr reichen Freund. Jemand, der dir immer hilft, der großzügig ist, der dich mag. Würdest du ihn nicht so oft wie möglich besuchen? Natürlich würdest du das. Du würdest seine Gesellschaft suchen, Zeit mit ihm verbringen wollen, von seiner Großzügigkeit profitieren. Nun, Allah ist der Reichste, der Großzügigste, und Er hat uns eingeladen, Sein Haus zu besuchen. Und trotzdem bleiben wir fern. Wir finden tausend Ausreden, warum wir nicht kommen können, aber für alles andere finden wir Zeit.

Oder stell dir vor, jemand würde dir 50 Euro geben, jedes Mal wenn du zur Moschee kommst. Würdest du öfter kommen? Natürlich. Du würdest wahrscheinlich fünfmal am Tag erscheinen, pünktlich zu jedem Gebet. Die Belohnung bei Allah ist unendlich viel mehr wert als 50 Euro, als 500 Euro, als jede materielle Summe dieser Welt. Und dennoch halten wir uns fern. Warum? Weil wir andere Dinge dieser Belohnung vorziehen. Weil dieses Verständnis noch immer nicht wirklich bei uns angekommen ist. Wir glauben an die Belohnung theoretisch, aber praktisch leben wir, als würde sie nicht existieren.

Der Prophet (ﷺ) sagte:

“Wer zur Moschee geht am Morgen oder am Abend, dem bereitet Allah eine Bewirtung im Paradies vor, jedes Mal wenn er geht.”

(Überliefert von Bukhari und Muslim)

Eine Bewirtung im Paradies. Nicht irgendeine Belohnung, sondern eine Bewirtung, als wärst du ein geehrter Gast. Und das jedes Mal. Nicht nur einmal im Leben, nicht nur an besonderen Tagen, sondern jedes einzelne Mal, wenn du den Weg zur Moschee machst. Wie viele Bewirtungen lassen wir links liegen, weil wir lieber zuhause bleiben?

Das Gemeinschaftsgebet: 27-fache Belohnung

Ein weiterer Punkt, den viele vergessen: Das Gemeinschaftsgebet hat einen Wert, der weit über das individuelle Gebet hinausgeht. Der Prophet (ﷺ) sagte:

“Das Gebet in der Gemeinschaft ist 27 Mal besser als das Gebet alleine.”

(Überliefert von Bukhari und Muslim)

27 Mal. Nicht doppelt so gut, nicht zehnmal so gut, sondern 27 Mal. Das bedeutet, wenn du zuhause betest, bekommst du die Belohnung für ein Gebet. Wenn du in der Moschee im Gemeinschaftsgebet betest, bekommst du die Belohnung für 27 Gebete. Stell dir vor, du betest alle fünf Gebete in der Moschee. Das wären 135 Gebete an einem einzigen Tag. In einer Woche wären das fast 1000 Gebete. Und das nur durch eine einzige Entscheidung: zur Moschee zu gehen statt zuhause zu bleiben.

Aber die Belohnung ist nicht alles. Das Gemeinschaftsgebet bringt noch etwas anderes: Gemeinschaft. Du siehst deine Geschwister, du grüßt sie, du spürst, dass du nicht alleine bist. In einer Welt, die immer individualistischer wird, wo jeder für sich lebt, wo Einsamkeit zu einer Epidemie geworden ist, bietet die Moschee etwas, das unbezahlbar ist. Du gehörst zu einer Ummah, zu einer Gemeinschaft, die zusammensteht, die zusammen betet, die füreinander da ist.

Die Moschee schützt dich auch vor vielen Fitna und Sünden. Wenn du regelmäßig zur Moschee gehst, strukturierst du deinen Tag um die Gebetszeiten. Du kannst nicht einfach stundenlang sinnlose Dinge tun, weil du weißt, dass bald Gebetszeit ist und du zur Moschee gehen willst. Die Moschee hält dich auf dem richtigen Weg, sie gibt dir Orientierung, sie erinnert dich daran, worum es im Leben wirklich geht.

Die Moschee als Familie: Gemeinschaft leben

Vielleicht fragst du dich jetzt: “Okay, ich komme zur Moschee, ich bete im Gemeinschaftsgebet, ich bleibe danach noch ein bisschen sitzen, lese Quran, mache Dhikr. Reicht das?” Die ehrliche Antwort: Nein, das reicht nicht. Denn wenn wir die Moschee nur als Gebetsraum verstehen, als Ort, an dem wir nebeneinander stehen, beten und dann wieder gehen, ohne uns wirklich zu kennen, ohne miteinander zu reden, ohne gemeinsam etwas aufzubauen, dann haben wir immer noch nicht verstanden, was die Moschee wirklich ist.

Die Moschee ist nicht allein der Ort für Anbetung. Sie ist der Ort für Gemeinschaft. Für echte Gemeinschaft, wie eine richtige Familie. Und wie funktioniert eine Familie? In einer Familie sind nicht alle einer Meinung. Dein Bruder denkt vielleicht anders als du, deine Schwester hat andere Prioritäten, deine Eltern haben ihre eigene Sichtweise. Aber am Ende des Tages seid ihr eine Familie. Ihr versucht, den Haushalt gemeinsam zu führen. Ihr redet miteinander, ihr löst Probleme zusammen, ihr steht füreinander ein, auch wenn ihr nicht in allem übereinstimmt.

Genauso sollte die Moschee sein. Viele Muslime kommen nicht zusammen, weil sie unterschiedliche Auffassungen haben. Der eine folgt diesem Gelehrten, der andere jenem. Der eine sieht diese Frage so, der andere anders. Und dann denken sie: “Wir sind nicht kompatibel, also bleiben wir lieber getrennt.” Aber das ist genau das Problem. Die Sahaba waren auch nicht in allem einer Meinung. Sie hatten Meinungsverschiedenheiten in Fiqh-Fragen, in politischen Entscheidungen, in vielen Dingen. Aber sie blieben eine Gemeinschaft. Sie trafen sich in der Moschee, sie berieten sich, sie hörten einander zu, sie arbeiteten zusammen für das Wohl der Muslime.

Die Moschee muss der Ort sein, an dem wir uns kennenlernen. Nicht nur oberflächlich, nicht nur ein “Salam Alaikum” nach dem Gebet und dann weg, sondern wirklich kennenlernen. Wer bist du? Was sind deine Sorgen? Was beschäftigt dich? Wo brauchst du Hilfe? Wo kannst du helfen? Die Moschee muss der Ort sein, an dem wir gemeinsam überlegen: Was können wir in unserer Stadt verbessern? Was fehlt den Muslimen hier? Welche Herausforderungen haben wir, und wie können wir sie gemeinsam angehen?

Wenn wir uns nicht um die Sorgen unserer Geschwister kümmern, wenn wir keine Initiativen starten für Dinge, die fehlen, wenn wir uns nicht gegenseitig stärken und unterstützen, dann haben wir die Moschee immer noch nicht als das verstanden, was sie sein soll: unser gemeinsames Zuhause, in dem wir als Familie zusammenleben, auch wenn wir nicht in allem übereinstimmen.

Baytullah und Abdullah: Wo ist dein Arbeitsplatz?

Lass uns über zwei Begriffe nachdenken, die wir alle kennen: **Baytullah** und **Abdullah**. Baytullah bedeutet “das Haus Allahs”, also die Moschee. Abdullah bedeutet “Diener Allahs”, und das sind wir. Wir sind Diener. Allah ist unser Herr, und wir dienen Ihm.

Jetzt kommt die entscheidende Frage: Wo ist der Arbeitsplatz eines Dieners? Wenn du einen Diener hättest, wo würdest du erwarten, dass er arbeitet? Natürlich in deinem Haus. Nicht in seinem eigenen Zuhause, nicht auf der Straße, nicht irgendwo anders. Der Arbeitsplatz des Dieners ist im Haus seines Herrn.

Wir sind Abdullah, Diener Allahs. Und unser Arbeitsplatz ist Baytullah, das Haus Allahs. Nicht unser eigenes Zuhause, nicht unser Büro, nicht die Straße. Unser erster, wichtigster Arbeitsplatz ist die Moschee. Noch vor der Arbeit, mit der wir Geld verdienen, noch vor allen anderen Verpflichtungen, ist die Moschee der Ort, an dem wir unseren Dienst für Allah verrichten sollen.

Das bedeutet nicht, dass wir 24/7 in der Moschee sein müssen und keine anderen Verpflichtungen haben. Natürlich müssen wir arbeiten, für unsere Familien sorgen, unseren Lebensunterhalt verdienen. Aber die Priorität muss klar sein: Die Moschee ist unser Hauptarbeitsplatz als Diener Allahs. Alles andere kommt danach. Wenn wir diese Perspektive verinnerlichen, ändert sich alles. Dann ist die Moschee nicht länger ein Ort, den wir besuchen, wenn wir Zeit haben. Dann ist sie der Ort, zu dem wir gehören, weil wir dort arbeiten, weil das unser Dienst ist.

Von Freitagsgast zu Dauergast: Konkrete Schritte

Vielleicht denkst du jetzt: “Ja, das klingt alles gut, aber wie setze ich das konkret um?” Hier sind ein paar praktische Schritte, wie du vom Freitagsgast zum Dauergast werden kannst:

1. Fang mit einem Gebet an

Vielleicht schaffst du es nicht zu allen fünf Gebeten, aber vielleicht schaffst du es zu einem. Fajr ist für viele schwierig wegen der frühen Zeit, aber es ist auch das Gebet mit der größten Belohnung. Oder Maghrib, das direkt nach Sonnenuntergang ist und meist gut in den Tagesablauf passt. Such dir ein Gebet aus und verpflichte dich, dieses eine Gebet regelmäßig in der Moschee zu beten. Wenn das zur Gewohnheit geworden ist, kannst du ein zweites hinzufügen.

2. Lerne die Menschen kennen

Geh nach dem Gebet nicht sofort nach Hause. Bleib ein paar Minuten. Sprich mit deinen Geschwistern. Stell dich vor, wenn du jemanden noch nicht kennst. Frag, wie es ihnen geht. Tausche Nummern aus. Bau echte Beziehungen auf. Die Moschee ist keine anonyme Gebetshalle, sie ist deine Familie.

3. Nimm an Beratungen und Initiativen teil

Viele Moscheen haben regelmäßige Treffen, bei denen besprochen wird, was in der Gemeinde passiert, welche Projekte geplant sind, wo Hilfe gebraucht wird. Sei dabei. Bring deine Ideen ein. Frag, wo du helfen kannst. Die Moschee lebt von Menschen, die sich einbringen, nicht von Menschen, die nur konsumieren.

4. Bring deine Sorgen und Herausforderungen ein

Wenn du ein Problem hast, eine Herausforderung, eine Sorge, dann teil sie mit deinen Geschwistern in der Moschee. Vielleicht hat jemand einen Rat, vielleicht kann jemand helfen, vielleicht bist du nicht der Einzige mit diesem Problem. Die Moschee sollte der Ort sein, an dem wir füreinander da sind, nicht nur spirituell, sondern auch ganz praktisch im Alltag.

5. Nimm an Unterrichtskreisen teil

Wissen ist die Grundlage für alles. Die Sahaba haben in der Moschee gelernt, und auch wir sollten die Moschee als Ort des Wissens nutzen. Hier bei Darus-Sunnah haben wir verschiedene Programme, schau dir unser Wochenprogramm an und komm vorbei. Lerne, wachse, und hilf anderen dabei, dasselbe zu tun.

6. Bring deine Familie mit

Die Moschee ist für die ganze Familie. Bring deine Kinder mit, lass sie die Gemeinschaft erleben, lass sie sehen, dass die Moschee weit über ein Gebäude hinausgeht. Informiere dich über unsere Maktab, wo deine Kinder nicht nur Quran lernen, sondern auch Teil einer Gemeinschaft werden.

7. Übernimm Verantwortung

Die Moschee braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Nicht nur finanziell (obwohl das auch wichtig ist), sondern mit Zeit, mit Energie, mit Ideen. Vielleicht kannst du bei einem Projekt mithelfen, vielleicht kannst du eine neue Initiative starten, vielleicht kannst du einfach da sein für jemanden, der Hilfe braucht. Je mehr du gibst, desto stärker wird die Moschee zu deinem Zuhause.

Fazit

Die Moschee ist kein Freitags-Event. Sie ist das Haus Allahs, ein Ort, an dem wir Ihm nah sein können, an dem wir Gemeinschaft erleben, an dem wir lernen und wachsen. Die Sahaba haben die Moschee als ihren Lebensraum verstanden, nicht als einen Ort, den man gelegentlich besucht. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass wir weit davon entfernt sind, wie sie gelebt haben.

Aber es ist nie zu spät, anzufangen. Fang klein an, mit einem Gebet, mit zehn Minuten nach dem Gebet, mit einem Gespräch, mit einer Initiative. Jeder Schritt zählt. Jeder Besuch in der Moschee ist eine Investition in deine Akhira, eine Bewirtung im Paradies, eine Gelegenheit, Allah näher zu kommen. Werde ein Dauergast in Allahs Haus. Mach die Moschee zu deinem zweiten Zuhause. Du wirst sehen, wie sich dein Leben verändert, wie du spirituell wächst, wie du Frieden findest in einer Welt voller Hektik.

Möge Allah uns alle zu denjenigen machen, die Seine Häuser mit Leben füllen, die regelmäßige Gäste in Seinen Moscheen sind, die verstehen, was es bedeutet, ein Dauergast in Seinem Haus zu sein.

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Wenn die Fremde zur Heimat wird: Eine Geschichte über Hijra, Glaube und Gemeinschaft

In unserer Moschee begegnen uns täglich Geschichten von Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und hier in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Jede dieser Geschichten trägt Schmerz in sich – aber auch unendlich viel Hoffnung und Glauben. Heute möchten wir eine solche Geschichte mit euch teilen: die Geschichte einer Schwester aus Syrien, die in der Fremde das wiederfand, was sie in der Sira unseres geliebten Propheten Muhammad ﷺ so oft studiert hatte.

Die Hijra – mehr als nur eine historische Begebenheit

„Ich habe die Lebensgeschichte unseres geliebten Propheten Muhammad ﷺ viel studiert”, erzählt uns die Schwester. „Dabei blieb ich immer bei einem wichtigen Abschnitt stehen: Wie er ﷺ eigenhändig das neue Zuhause für die Muslime aufbaute, nachdem sie nach al-Madina al-Munawwara ausgewandert waren.”

Für viele von uns ist die Hijra eine bedeutende geschichtliche Wendung im Islam – der Beginn unserer islamischen Zeitrechnung. Doch für jene, die selbst ihre Heimat verlassen mussten, wird diese Geschichte plötzlich lebendig. Sie wird zur eigenen Realität.

„Vielleicht beschäftigte mich diese Geschichte so sehr, weil auch ich eines Tages gezwungen war, mein Heimatland Syrien zu verlassen”, erklärt sie mit leiser Stimme.

Der Abschied: Wenn das Herz zurückbleibt

„Ja, ich ging schweren Herzens und reiste in ein Land, an das ich niemals in meinem Leben gedacht hätte auszuwandern. Als ich meine Sachen packte, fasste ich die Absicht, diese Reise in Gottes Nähe zu beginnen. So machte ich mich auf den Weg – verletzt und weinend.”

In diesen wenigen Worten liegt das Gewicht einer ganzen Lebensveränderung. Der Abschied von der Heimat, von der Familie, von allem Vertrauten. Und doch: die bewusste Entscheidung, diese schwere Prüfung als einen Weg zu Allah zu betrachten.

„Und als ich ankam und der Realität direkt gegenüberstand, wuchs der Schmerz noch mehr”, fährt sie fort. „Ich war fremd in allem: fremd in meiner Sprache, fremd in meiner Kultur, fremd in meinem Glauben, fremd in meinem äußeren Erscheinungsbild.”

لَا تَحْزَنْ إِنَّ اللَّهَ مَعَنَا – Sei nicht traurig, Allah ist mit uns

In diesen dunkelsten Momenten der Einsamkeit fand die Schwester Trost in den Worten Allahs – in jenem Vers, der die Hijra des Propheten ﷺ beschreibt:

{ إِذْ يَقُولُ لِصَاحِبِهِ لَا تَحْزَنْ إِنَّ اللَّهَ مَعَنَا }
„Als er zu seinem Gefährten sagte: Sei nicht traurig, gewiss, Allah ist mit uns.” (Surat at-Tawba, 9:40)

„Ich stellte mir diesen Moment vor”, erzählt sie, „zwischen dem Propheten ﷺ und seinem engsten Gefährten Abu Bakr رضي الله عنه – wie sein Herz schwer wurde, als er Mekka verließ, den Ort, den er liebte, und wie er die Gefahr spürte, die das Herz der Botschaft bedrohen könnte. Doch der Gesandte Allahs ﷺ beruhigte ihn und sagte: لَا تَحْزَنْ إِنَّ اللَّهَ مَعَنَا

Diese Worte wurden zu ihrer Kraftquelle. „Ich wiederholte sie immer wieder, stärkte mich mit ihren Bedeutungen und suchte in meiner Umgebung nach ihren Zeichen.”

Der Neuanfang: Wenn Allah Türen öffnet

Was dann geschah, beschreibt die Schwester als reine Gnade Allahs:

„Alhamdulillah – Allah segnete mich mit einer Kraft, die mich dazu brachte aufzustehen und zu arbeiten, um in meiner Fremde etwas aufzubauen, das mich tröstet. Und das geschah nur durch Seine Hilfe, als Er mir Menschen schenkte, die mir ähnlich sind. So begannen wir gemeinsam, in unserer Ferne ein kleines Zuhause zu errichten.”

{ وَكَانَ فَضْلُ اللَّهِ عَلَيْكَ عَظِيمًا }
„Und Allahs Huld gegen dich war gewaltig.” (Surat an-Nisa, 4:113)

„Doch Allahs Großzügigkeit blieb nicht dabei stehen”, fährt sie fort.

Das lebendige Erbe: Wenn Geschichte zur Gegenwart wird

„Wie ich euch erzählte, trug ich immer ein Bild in meinem Herzen: das Bild jener Moschee, die der Geliebte ﷺ mit seinen eigenen edlen Händen errichtete, und jener brüderlichen Verbundenheit, die er als Gesetz zwischen den Menschen festlegte – das Gesetz, das sagt, dass kein Araber einem Nicht-Araber überlegen ist, außer durch Gottesfurcht.”

Dann stellt sie die Frage, die den Kern ihrer Erfahrung berührt:

„Hättet ihr gedacht, dass ich dieses Erlebnis hier in Deutschland finden würde?”

Die Moschee – Ein Zuhause in der Fremde

„Ich wurde in eine kleine Moschee eingeladen, die Stein für Stein aufgebaut wurde. Als ich der Einladung folgte und eintrat, fand ich dort Schwestern, die den Frauen der Sahaba ähnelten – in ihrer Bedeckung und in ihrem edlen Verhalten.”

Was sie dort erlebte, war mehr als nur eine Begegnung. Es war die Verwirklichung dessen, wovon sie in der Sira gelesen hatte:

„Sie kamen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Sprachen – und doch verband sie das Wort: Lā ilāha illā Allah, Muhammadun Rasulullah.

Die Sprachbarriere, die sie anfangs so sehr gefürchtet hatte, spielte plötzlich keine Rolle mehr:

„Ich schaute sie an, unfähig, mich mit meiner schwachen Sprache auszudrücken. So war es die Sprache der Herzen und Blicke – die Barmherzigkeit des Islam, die uns verband. Wahrhaftig, ich fühlte, dass ich sie seit vielen Jahren kenne. Sie waren wirklich meine Familie. Mein Zuhause in der Fremde. Meine Verbindung zu unserem Propheten ﷺ, der das Gesetz der Brüderlichkeit unter den Muslimen festlegte.”

Die Mu’akha – Geschwisterlichkeit gestern und heute

Was unsere Schwester in unserer Moschee erlebte, erinnert uns an die Mu’akha – jene Geschwisterlichkeit, die der Prophet ﷺ in Medina zwischen den Muhajirun (den Auswanderern) und den Ansar (den Helfern) stiftete. Er ﷺ machte sie nicht nur zu Glaubensgeschwistern, sondern zu wahren Familien füreinander.

Heute, mehr als 1400 Jahre später, geschieht in unseren Moscheen dasselbe: Menschen aus Syrien, Somalia, der Türkei, Marokko, Deutschland, Bosnien und vielen anderen Ländern finden zusammen. Die Sprachen sind verschieden, die Kulturen unterschiedlich – aber das Band des Iman vereint sie alle.

„Während meiner Zeit im Büro der Dar as-Sunna fühlte ich mich, als wäre ich in einem kleinen Teil der Stadt des Gesandten Allahs ﷺ”, sagt die Schwester mit bewegter Stimme.

Die Botschaft: مَا وَدَّعَكَ رَبُّكَ وَمَا قَلَى

„So beschloss ich, diesen Ort festzuhalten und mich vor Allah dankbar zu verneigen und zu sagen:

{ مَا وَدَّعَكَ رَبُّكَ وَمَا قَلَى }
‚Dein Herr hat dich weder verlassen noch verabscheut.’ (Surat ad-Duha, 93:3)”

Diese Worte, die Allah zu Seinem Propheten ﷺ in einer schwierigen Zeit sprach, wurden auch für unsere Schwester zur Gewissheit: Auch wenn der Weg dunkel erscheint, auch wenn man sich verloren fühlt – Allah hat uns niemals verlassen.

„O Allah, bewahre unseren Glauben und die Sunna unseres Propheten ﷺ. Segne unsere Moscheen und schenke uns Annahme und Nähe zu Dir.”

Eine Einladung an euch alle

Diese Geschichte ist nicht nur die Geschichte einer Schwester. Sie ist die Geschichte vieler in unserer Gemeinschaft – und vielleicht auch deine Geschichte.

Unsere Moschee ist mehr als ein Gebäude. Sie ist ein Ort, an dem die Lehren des Propheten ﷺ lebendig werden. Ein Ort, an dem Fremde zu Familie werden. Ein Ort, an dem die Hijra nicht nur Geschichte ist, sondern gelebte Realität.

Wenn auch du dich manchmal fremd fühlst, wenn auch du nach einem Zuhause suchst – dann komm. Unsere Türen stehen offen. Denn in dieser Ummah ist niemand wirklich fremd.

Möge Allah unsere Gemeinschaft stärken, unsere Herzen vereinen und uns zu jenen zählen, die in Seiner Nähe leben – in dieser Welt und in der nächsten. Āmīn.

Wenn auch du eine Geschichte hast, die du teilen möchtest, oder wenn du Teil unserer Gemeinschaft werden möchtest, kontaktiere uns gerne. Wir sind für dich da – so wie diese Schwestern füreinander da waren.

Die Geschichte auf arabisch in den Worten der Schwester

قصة الأخت من سوريا – النص الأصلي بالعربية

كم درست سيرة الحبيب محمد عليه الصلاة والسلام، وكنت أقف عند منحىً مهمٍ فيها، وهو بناؤه صلى الله عليه وسلم بنفسه للموطن الجديد للمسلمين بعد هجرتهم إلى المدينة المنورة. كنت أفكر طويلاً بهذا الموضوع، ربما لأنني في يومٍ من الأيام اضطررت للخروج من بلدي سوريا. نعم، خرجتُ مكرهةً وتوجهتُ إلى بلادٍ ما خططتُ يوماً من أيام حياتي أن أهاجر إليها. نويتُ عند حزم أمتعتي أن أقصد باب الله في سفري، وانطلقتُ متألمةً باكيةً. وعندما وصلتُ وواجهتُ عين الحقيقة، زاد الألم مراراً. فأنا غريبةٌ بكل شيء: غريبةٌ بلغتي، بثقافتي، غريبةٌ بمعتقداتي، بمظهري. فصرتُ أكرر وأفكر في قوله تعالى: { إِذْ يَقُولُ لِصَاحِبِهِ لَا تَحْزَنْ إِنَّ اللَّهَ مَعَنَا } استشعرتُ تلك اللحظة التي رقّ فيها قلب الصاحب المقرَّب أبي بكر رضي الله عنه، وشعر بالهلع عند مغادرته مكة مهوى الفؤاد، وشعر بالخطر يقترب من أعماق دعوة النبي الخاتم عليه الصلاة والسلام. فإذا برسول الله صلى الله عليه وسلم يُهدِّئ من روعه ويخبره: { لَا تَحْزَنْ إِنَّ اللَّهَ مَعَنَا } فأعيدها وأكررها، وأتقوّى بمعانيها، وأبحث حولي عن مقاصدها. والحمد لله، أكرمني الله عز وجل بالقوة التي جعلتني أنهض وأعمل لبناء ما يعوّضني في غربتي. وكان ذلك بمعونةٍ منه سبحانه وتعالى أن جمعني بمن يشبهني، لنبني معاً موطناً صغيراً في غربتنا. { وَكَانَ فَضْلُ اللَّهِ عَلَيْكَ عَظِيمًا } لم يتوقف كرم الله سبحانه وتعالى هنا. فكما أخبرتكم، أن في ذهني وعقلي صورةً كنت أبحث عنها دائماً وأجول بها في مخيلتي بشكلٍ مستمر: ذاك المسجد الذي بناه الحبيب عليه الصلاة والسلام بيديه الشريفتين، وتلك الأخوة الإيمانية التي وضعها كقانونٍ يحمي جميع المواطنين، وقوله: “لا فرق بين عربيٍ وأعجميٍ إلا بالتقوى”. هل تتوقعون أنني عشتُ هذه التجربة في ألمانيا؟ لقد دُعيتُ لمسجدٍ صغيرٍ يتم بناؤه لبنةً لبنة. وعندما لبّيتُ الدعوة ودخلتُ إليه، وجدتُ هؤلاء الأخوات اللواتي يُشبهن الصحابيات بسترهن وخُلُقهن العظيم. كنّ من بلادٍ مختلفة، وثقافاتٍ ولغاتٍ مختلفة، يجمعهن كلمة: لا إله إلا الله محمد رسول الله. نظرتُ إليهن وأنا عاجزةٌ عن التعبير بلغتي الضعيفة، فكانت لغة القلوب والعيون التي تحمل رحمة الدين الإسلامي هي المحرِّك بيننا. صدقاً، شعرتُ أنني أعرفهن منذ سنواتٍ طويلة. هنّ بالفعل أهلي وأرحامي. هنّ موطني في غربة أيامي. هنّ نسبي لرسول الله صلى الله عليه وسلم الذي وضع قانون المؤاخاة بين المسلمين. كنتُ أشعر في أثناء تواجدي في مكتب دار السنة أنني في قطعةٍ مصغّرةٍ من مدينة رسول الله صلى الله عليه وسلم. فقررتُ أن ألزم هذا المكان، وأسجد شكراً لله عز وجل، وأردد: { مَا وَدَّعَكَ رَبُّكَ وَمَا قَلَى } اللهم احفظ علينا ديننا وسنة رسولنا صلى الله عليه وسلم، وبارك لنا في مساجدنا، وارزقنا القبول.

Da‘wah = Einladung-min
Dawa

Da‘wah = Einladung?

Daʿwah ist mehr als eine Einladung – sie ist Verantwortung und Einsatz

In unserer Zeit, in der Begriffe allzu oft reduziert und mit oberflächlicher Bedeutung versehen werden, ist Daʿwah – das Rufen zu Allah – leider auch davon nicht verschont geblieben. Häufig wird es nur als „Einladung zum Islam“ verstanden, doch wer das Leben des Propheten ﷺ und seiner Gefährten studiert, erkennt, dass Daʿwah weit mehr ist: ein Dienst, der Geduld, Einsatz und echte Verantwortung verlangt.

„Und aus Barmherzigkeit von Allah bist du (O Prophet) sanft zu ihnen gewesen. Wenn du grob und hart von Herzen gewesen wärest, wären sie sicherlich von dir abgesprungen …“
(Sūrah Āli ʿImrān, 3:159)

Warum Daʿwah nicht bei Worten endet

Wenn jemand sagt: „Ich habe gerufen, was nun folgt, ist nicht mein Problem“, hat er das Wesen dieser Aufgabe verkannt. Der Prophet ﷺ bat seine Sahaba: „Ballighu ʿannī walaw āyah“ – „Übermittelt von mir, selbst wenn es nur ein Vers ist.“ Doch das Übermitteln ist nicht losgelöst von Charakter und Fürsorge. Er lebte vor, was er rief, zeigte Geduld bei Ablehnung und wirkte weiter, ohne je nachzulassen. Er wollte ihnen sagen, dass das wenige sagen, verbunden aber mit viel Mühe und Anstrengung genau die Ergebnisse bringen, die wir uns eigentlich wünschen.

Mehr als ein Redner: Ein Führer, ein Begleiter

Daʿwah gleicht einem Steuerberater, der nicht nur die Regeln nennt, sondern mitdenkt, begleitet, kontrolliert und erklärt – und zwar solange, bis das Ziel erreicht ist. Oder wie ein Arzt, der nicht nur ein Buch in die Hand drückt, sondern untersucht, aufklärt und die Gesundheit wiederherstellt.

So ist der Dāʿī kein bloßer Redner – er ist ein Diener, der sät und pflegt, der durchhält und nicht aufgibt, selbst wenn kein einziger Halm sprießt – denn er arbeitet nicht für die Ernte, sondern für den Herrn der Saat.
Wer heute ruft und morgen schweigt, hat die Daʿwah nicht in ihrem Wesen begriffen.

Es wird oft erzählt, der Prophet ﷺ sei viele Male zu Abu Jahl gegangen, um ihn zur Wahrheit einzuladen. Wochenlang – vielleicht 99 Mal – suchte er das Gespräch, fand aber Ablehnung. Das zeigt: Daʿwah endet nicht beim ersten Nein. Sie bleibt dran, sucht den Dialog, gibt nicht auf – bis beide wissen, was gesagt wurde, warum es gesagt wurde, und welche Entscheidung jeder getroffen hat.

Kein Platz für Show-Daʿwah

Für viele Duat heute besteht die Herausforderung darin, Daʿwah nicht in Performance und Publikumsliebe aufgehen zu lassen. Kameras mögen Likes bringen – aber die Herzen erreichen sie nicht unbedingt. Wahre Daʿwah findet in den Häusern Allahs statt, im persönlichen Miteinander und in der täglichen Umsetzung, nicht nur auf Bildschirmen.

Fazit: Daʿwah beginnt in den Häusern Allahs

Daʿwah ist kein gelegentlicher Akt, sondern ein tägliches Programm, das Herz, Verstand und Hände fordert. Sie beginnt im Stillen, wächst in Taten und benötigt eine Umgebung, in der sie Früchte tragen kann – und genau diese Umgebung sind die Häuser Allahs. Es sind unsere Moscheen, unsere Makatib, unsere Zentren, in denen Tag für Tag Programme, Begegnungen und praktische Umsetzung stattfinden müssen – nicht nur der Ruf, sondern das Leben dessen, was gerufen wurde.

Wenn wir heute ernsthaft rufen wollen, müssen wir bereit sein, jeden Tag zu wirken, zu begleiten, zu leben. Nicht weil wir Aufmerksamkeit suchen, sondern weil wir Veränderung wollen. Und weil wir spüren, dass nur Barmherzigkeit, Ausdauer und Aufrichtigkeit Herzen öffnen können.

Möge Allah uns zu Duat machen, die nicht nur rufen, sondern auch bleiben, handeln, begleiten – so wie unser Prophet ﷺ es vorgelebt hat. Āmīn.

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Wie lernt man den edlen Qur’an auswendig? Der Hifdh-Leitfaden

Kapitel 1 – Bewahrung und Bedeutsamkeit des Qur’an

Bewahrung

Die erste Phase der Bewahrung: Allah bewahrt den Qur’an auf einer wohlbehüteten Tafel.

Die zweite Phase: Allah schickte Engel vor und hinter Jibrīl, damit während des Herabsendens an den Propheten niemand die Botschaft stehlen oder ihr schaden konnte (Sūrah al-Jinn: 26–27). Die Jinn pflegten, vor der Entsendung des Qur’an, Orte zum Belauschen der Himmel einzunehmen (Sūrah al-Jinn: 9), fanden jedoch nach der Entsendung Leuchtkörper und strenge Wächter vor.

Die dritte Phase: Der Prophet pflegte, wenn Jibrīl ihm den Qur’an vorlas, seine Zunge mit zu bewegen und mühte sich dadurch sehr ab. Daraufhin sandte Allah die Verse 16–19 in Sūrah al-Qiyāmah.

Die fünfte Phase: Das „Hüten“ in Sūrah al-Ḥijr, Vers 9 beinhaltet:

  • Die vollumfängliche Bewahrung seiner Buchstaben und Worte, die durch Mutawātir-Form garantiert wird.
  • Den Schutz der Erläuterung des Qur’an (damit sind Hadithe gemeint) – beinhaltet auch, dass Fusḥa bewahrt wird.
  • Allah wählt von Seinen Dienern aus, welche den Qur’an, so wie er herabgesandt wurde, in ihren Herzen tragen und seine Rezitationsregeln perfekt beherrschen.
Die Vorzüglichkeit, den Qur’an auswendig zu lernen und in sich zu tragen
  • Sūrah al-Qamar, 17: Allah hat den Qur’an leicht zum Auswendiglernen gemacht (das Wort „dhikr“ beinhaltet Erinnerung, Auswendiglernen und Verstehen – Imām Qurtubī).
  • Sūrah al-ʿAnkabūt, 49: Allah bezeichnet diejenigen, die den Qur’an auswendig können, als Menschen, denen Wissen gegeben wurde! Es sind von Allah ausgewählte Menschen – die größte Ehre.
  • Der Prophet wählte seine Gefährten nach ihrem Wissensstand vom Qur’an aus, so sagte er sinngemäß: „Anführen soll derjenige, der am meisten vom Qur’an auswendig kennt“ (Bukhārī). Auch im Jihād schickte er diejenigen vor, die am meisten vom Qur’an auswendig konnten (und er beerdigte die zuerst, die mehr vom Qur’an auswendig konnten). Er bestimmte sogar das, was ein Mann vom Qur’an auswendig konnte, zur Morgengabe für eine Frau.
  • Weiter: Es darf keinen Neid geben, außer in zwei Dingen: Wer den Qur’an auswendig kann und damit Tag und Nacht betet […] (Muslim).
  • Zu demjenigen, der den Qur’an auswendig lernt, wird in Ākhirah gesagt: „Lies, steige auf an Rangstufen […]“ (Tirmidhī).
  • Der Beste unter euch ist derjenige, der den Qur’an lernt und lehrt (Bukhārī).
  • Ein Buchstabe des Qur’an bringt mindestens zehn gute Taten (Tirmidhī) – Imām Ḥajar und viele andere Gelehrte sagen, damit ist jedes Wort gemeint und nicht jeder einzelne Buchstabe. Z. B. „Dhālika“, „al-Kitāb“, „lā rayba“, „fīh“.
  • Immer wenn eine Gruppe sich in einem der Häuser Allahs versammelt und den Qur’an rezitiert und untereinander lehrt und lernt, steigt die Ruhe auf sie herab, die Barmherzigkeit umhüllt sie, die Engel umgeben sie und Allah gedenkt ihrer. (Muslim)

Es ist eine Sunnah, den Qur’an auswendig zu lernen.

Es war normal, dass man in der Generation der vorangegangenen Rechtschaffenen zuerst den Qur’an auswendig lernen musste, bevor man überhaupt an anderes Wissen kam.

Die Pflicht, den Qur’an beharrlich zu wiederholen
  • Tafsīr zu Sūrah Ṭā-Hā, Verse 124–126: Diese Āyāt beziehen sich auf das Vergessen der auswendig gelernten Verse aus dem Qur’an bzw. auch auf das Lesen/Wiederholen allgemein.
  • Sünden lassen einen Gelerntes vergessen (Sūrah ash-Shūrā, Vers 30).
  • Die beste Zeit, den Qur’an zu wiederholen, ist die Zeit von Tahajjud (Sūrah al-Isrāʾ, Vers 79).
  • Rasulullāh sagte: Mir wurden die Belohnungen meiner Gemeinde gezeigt – sogar Staub aus der Masjid zu tragen … Und mir wurden die Sünden gezeigt. Ich sah keine schlimmere Sünde, als diejenige, eine Sūrah oder Verse aus dem Qur’an zu vergessen, nachdem er sie auswendig lernte. (Hadīth gharīb laut Tirmidhī).
Imām ash-Shāfiʿī setzte sechs Voraussetzungen fürs Erlangen von Wissen:
  1. Intelligenz: Ist von Allah gegeben, kann man aber auch fördern und aneignen.
  2. Achtsamkeit: Das Streben nach Wissen muss größer sein als das Streben nach den wertvollsten Juwelen.
  3. Anstrengung: Dazu gehört auch Eifer und Fleiß („Al-Himmatu ṭarīqun ilā al-qimmah“ von al-ʿAlmāʾī Muhammad ʿAqīl Mūsā lesen).
  4. Genügsamkeit: Kein Geld oder Anerkennung, Lob etc. verlangen und darauf achten, dass Proviant, welches er zum Aneignen von Wissen braucht, ḥalāl ist – auf eigenen Beinen stehen finanziell.
  5. Die Bindung zu einem Lehrer: Absolut wichtig! (Später mehr dazu.)
  6. Viel Zeit: Vergewissern, dass Streben nach Wissen viel, viel Zeit beansprucht. Deswegen Ausdauer mitnehmen und nicht übereifrig werden – es muss deine Lebensaufgabe sein!

Kapitel 2 – Allgemeine Grundsätze und Vorschriften für das Auswendiglernen

Die Absicht

Ikhlās ist das A und O, um den Qur’an zu lernen (Sūrah az-Zumar, Vers 11). Die ersten Menschen, die ins Feuer geworfen werden, sind unter anderem ein Ḥāfiẓ bzw. ʿĀlim (Sahīh Muslim).

ʿAlī berichtete: Der Augendiener hat drei Eigenschaften:

  • Wenn er alleine ist, wird er faul.
  • Unter Menschen ist er aktiv.
  • Wenn er gelobt wird, nehmen seine Aktivitäten zu.

Ziel: Allah zufriedenstellen, indem man den Qur’an auswendig lernt – und nicht: Qur’an auswendig lernen um des Lernens willen.

Was in jungen Jahren gelernt wird, ist wie in Stein gemeißelt

Der Prophet sagte: „Wer den Qur’an lernt, während er noch im jungen Alter ist, dem vermischt Allah ihn mit seinem Fleisch und Blut.“
(at-Tārīkh al-Kabīr 3/95, Imām al-Bukhārī)

  • Meistens ist es am besten, ab dem fünften Lebensjahr zu beginnen.
  • Gelehrte empfehlen, Kindern ab dem dritten Lebensjahr kurze Sūren vorzutragen, damit sie sich an den Qur’an gewöhnen.
  • Man soll sie auch vortragen lassen, damit sie später vor Publikum nicht schüchtern sind.
Die beste Zeit zum Lernen
  • Zeiten wählen, in denen man weder bedrückt, verärgert noch abgelenkt durch Familie oder Alltag ist.
  • Erfahrungen zeigen: Die Zeit vor und nach der Morgendämmerung ist ideal – die Gedanken sind frei.
  • Ibn Jamāʿah sagte:„Die Zeit vor der Morgendämmerung ist die beste Zeit zum Auswendiglernen, zum Forschen eignen sich die frühen Stunden, zum Schreiben der Mittag und zum Nachlesen und Wiederholen die Nacht.“
  • Einige Gelehrte sagen, das Wachbleiben nach dem ʿIshāʾ ist makrūh. Wer ernsthaft lernen will, sollte seine Zeit nach dem ʿIshāʾ nicht vergeuden, selbst wenn diese Meinung nicht verpflichtend ist.
Der falsche Ort zum Lernen
  • An Flüssen oder weiten Wiesen mit vielen Bäumen (zu viel Ablenkung)
  • In der Nähe von Spiegeln (der Shayṭān lenkt den Blick auf das eigene Spiegelbild)
  • In Räumen mit vielen visuellen Reizen oder viel Lärm
  • Neben Pflanzen oder Orten mit starker Ablenkung
Der richtige Ort zum Lernen
  • Hochgelegene Räume mit guter Belüftung
  • Räume mit wenig Gegenständen, Mustern oder Bildern
  • Am besten: Moscheen, denn dort kontrolliert man die drei „Türen zum Herzen“:
    • Das Auge: Sieht nichts Verbotenes
    • Die Ohren: Hören nichts Unanständiges
    • Die Zunge: Spricht nur Gutes
  • Empfehlenswert: Zwischen zwei Pfosten oder Ecken der Moschee hin- und herlaufen beim Wiederholen – das „weckt“ die Organe.
  • Die gelernten Verse mit dem jeweiligen Ort verknüpfen, z. B.:
    • Arbeitszimmer für Sūrah al-Isrāʾ
    • Moschee für Sūrah an-Naḥl
Den Qur’an laut und melodisch lesen
  • Die eigene Melodie hilft beim Erinnern.
  • Der Prophet sagte:„Wer den Qur’an nicht singt, gehört nicht zu uns.“ (Bukhārī)
  • Lautes Lesen wirkt doppelt: Die Augen „sehen“ und die Ohren „hören“ das Gelernte.
  • Die Tajwīd-Regeln wie Iqlāb oder Ikhfāʾ waren auch den Arabern vor dem Islam bekannt – jedoch nicht mit Verlängerung oder vollständiger Ghunna.
Immer denselben Muṣḥaf benutzen
  • Verwende nur einen Muṣḥaf, idealerweise den „Muṣḥaf al-Ḥuffāẓ“ aus Madīnah.
  • Kein Wechsel während des Auswendiglernens, da sich das Auge die Seitenstruktur einprägt.
  • Besonders: Den Anfang und das Ende jeder Seite gezielt einprägen, um beim Wiederholen „Brücken“ zur nächsten Seite zu bauen.

Kapitel 3 – Methoden

3.1 Methode von Shaykh al-Jauwthānī
  • Ruhiger und gut belüfteter Raum, am besten in der Moschee
  • Zur Qiblah ausrichten
  • Aufwärmen: 10–15 Minuten Qur’an laut lesen (idealerweise Wiederholung des bereits Gelernten), um die Seele vorzubereiten
  • Neue Seite beginnen:
    • Vers mit den Augen fokussieren, nicht ablenken lassen (visuell einprägen)
    • Vers 3+ Mal lesen, bis das Verständnis sitzt
    • Augen schließen und Vers innerlich aufrufen
    • Wiederholen, bis sicher
    • Vers erneut mit offenen Augen lesen und auf Korrektheit prüfen
    • Noch einmal mit geschlossenen Augen wiedergeben – dann ist der Vers, bi-idhnillah, fest im Herzen
  • Nächster Vers: gleicher Prozess
  • Beide Verse verbinden – mindestens 5 Mal, damit die Zunge die Reihenfolge automatisch verinnerlicht
3.2 Zu zweit lernen
  • Einen Lernpartner suchen, gemeinsames Ziel festlegen
  • Beste Zeit: nach Fajr, alternativ zwischen Maghrib und ʿIshāʾ
  • Vorgehen:
    • Surah festlegen, beide schlagen den Muṣḥaf auf
    • Einer liest laut, der andere folgt
    • Dann Rollen tauschen
    • Verbindung der Verse am Ende
    • Einer ist Lehrer, der andere Schüler (markiert z. B. mit Bleistift die Fehler), dann Rollentausch
3.3 Zeit im Auto nutzen
  • Lernseite laminieren, im Auto sichtbar anbringen
  • Vor Fahrtbeginn: 1. Vers lesen, dann während der Fahrt rezitieren
  • An der Ampel: Nächsten Vers lesen
  • Vorteil: Auge, Zunge und Ohr sind gleichzeitig involviert (besser als nur Audio)
3.4 Für Berufstätige
  • Beispiel: Weber
  • Arbeitsumgebung ruhig und visuell entspannt wählen
  • Vor Beginn: Vers lesen, dann während der Arbeit rezitieren
  • Ergebnis: Energie und Konzentration steigen, Wiederholung wird erleichtert
3.5 Lernen durch Tonaufnahmen
  • Einen guten Qārī auswählen
  • Vorgehen:
    • 3x anhören, beim 3. Mal mitlesen
      1. Mal: Vers mitlesen, Pause, dann auswendig vortragen
    • 3x wiederholen
  • Ideale Zeit: vor dem Schlafengehen
  • Warnung: kein „geistiger Müll“ (z. B. Netflix) vor dem Schlafen – dein Gehirn speichert, was es zuletzt erhält
3.6 Lernen mit eigener Stimme
  • Surah mit eigener Stimme aufnehmen
  • Danach auswendig aufnehmen und vergleichen
  • Gute Rezitationen archivieren – sie haben historischen Wert
3.7 Kindern mit Aufnahme helfen
  • Kurze Sūren auswählen
  • Kind soll wiederholen und sich selbst aufnehmen
  • Eigene Stimme hören motiviert und verbessert Aussprache
3.8 Schreiben zur Gedächtnisstütze
  • Nach 5 Versen: Gelerntes aufschreiben
  • Mit Muṣḥaf vergleichen – Versposition korrekt? In der Zeile verrutscht?
3.9 Wandtafel nutzen
  • Surah in klarer Schrift (schwarz) aufschreiben
  • Harakāt in rot, Verse in grün
  • Oben: Datum und Wochentag
  • Kinder schreiben ab – danach Lernphase, Kontrolle durch Lehrer
3.10 Am Seitenende anfangen
  • Letzten Vers zuerst lernen, dann rückwärts arbeiten
  • Nicht Standard, aber hilfreich bei Motivationsproblemen
3.11 Zeile für Zeile
  • Zeile für Zeile mit einem Blatt abdecken
  • Erste Zeile lernen, dann nächste
  • Schrittweise bis zur ganzen Seite
3.12 Video-Qur’an nutzen
  • Kindgerechtes Video:
    • Rechte Seite: Muṣḥaf
    • Linke Seite: Rezitator mit gut sichtbaren Lippen
  • Auge, Ohr und Mund lernen gleichzeitig
3.13 Mit bestimmten Zeiten verknüpfen
  • Winter, Regen, Decke, Tee – solche Erinnerungen prägen sich ein
  • Umgebung bewusst einbauen, z. B. bestimmte Lampe oder Raum
3.14 Mit prägenden Ereignissen verknüpfen
  • Beim Reisen, Kranksein, bestimmten Ereignissen lernen
  • Beispiel: Surah Yūsuf beim Krankenhausaufenthalt gelernt
3.15 Sinneswahrnehmungen nutzen
  • Bei Versen über das Meer: Meer anschauen
  • Bei Versen über Finger: Finger betrachten
  • Geschichten wie Sūrah Maryam oder Yūsuf helfen durch Bilder im Kopf
3.16 Bedeutung der Verse nutzen
  • Besser für Ältere als für Kinder
  • Surah mit einfacher Tafsīr lernen, z. B.:
    • Az-Zilāl al-Qur’an (Sayyid Qutb)
    • An-Nabaʾ al-ʿAẓīm (Dr. ʿAbdullah Darraz)
  • Abdullāh ibn ʿUmar sagte:„Wir pflegten uns zehn Verse vorzunehmen, auswendig zu lernen, zu verstehen und danach zu handeln.“ (Aḥmad 5/410)
3.17 Unterricht in der Moschee
  • Kurze Sūren gemeinsam mit Lehrer lernen
  • Tägliche Lektion erhalten
  • Belohnungssystem zur Motivation einsetzen
3.18 Im Kreis laufen
  • Bei Müdigkeit: Aufstehen und langsam gehen
  • Blutzirkulation anregen, Geist auffrischen
3.19 Usbekische Methode
  • Lehrer korrigiert Seite
  • Schüler liest sie 300 Mal, dann Vortrag
  • Nach Beendigung aller Seiten: 150-fache Wiederholung des ganzen Qur’an
3.20 Türkische Methode
  • Täglich letzte Seite jedes Juz auswendig lernen
  • Sehr effektiv, aber erfordert Geduld – dauert über 2 Jahre
3.21 Mit Geschichten verknüpfen
  • Surah al-ʿAlaq → Geschichte der Offenbarung
  • Surah al-Muddaththir → Auftrag des Propheten
  • Prophetengeschichten machen abstrakte Inhalte greifbar
3.22 Ernährungstipps
  • Honig: Fördert Auswendiglernen
  • Schwarzkümmelöl + Minztee + Honig: Klarer Kopf, gute Stimme, Energie
  • Rosinen auf nüchternen Magen: Gedächtnis
  • Kuhmilchprodukte: Fördern Herz und Verstand
  • Granatapfel: Stabilisiert den Magen
  • Zamzam mit Absicht trinken:„Zamzam ist für das, wofür es getrunken wird.“ (Ibn Ḥajar: hadīth geeignet zum Argumentieren)

Kapitel 4 – Wiederholung, gemeinsames Lernen und Festigung

Der Prophet ﷺ sagte:

„Bewahrt diesen Qur’an, denn bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist! Er entgleitet schneller, als ein Kamel sich von seinen Fesseln befreit.“
(Bukhārī 9/739, Muslim Nr. 791)

Das Wiederholen beginnt mit dem ersten Unterricht, sobald man etwas gelernt hat und zum nächsten Abschnitt übergeht. Die wiederholte Menge muss stets ein Vielfaches des neu Gelernten sein – besonders zu Beginn ist das entscheidend.

Lieber wenig, aber sicher – als viel und unsicher!

4.1 Allein wiederholen
4.1.1 Den Qur’an in sechs Teile einteilen
  • Jeden Tag 5 Ajzāʾ (Dreißigstel)
  • Sehr empfehlenswert – wer dies dauerhaft umsetzt, vergisst nicht
4.1.2 In sieben Teile einteilen (klassische Wocheneinteilung)
  • Samstag: al-Baqara bis al-Māʾidah (ca. 106 Seiten)
  • Sonntag: al-Māʾidah bis Yūnus (101 Seiten)
  • Montag: Yūnus bis al-Isrāʾ (73 Seiten)
  • Dienstag: al-Isrāʾ bis ash-Shuʿarāʾ (84 Seiten)
  • Mittwoch: ash-Shuʿarāʾ bis aṣ-Ṣāffāt (78 Seiten)
  • Donnerstag: aṣ-Ṣāffāt bis Qāf (71 Seiten)
  • Freitag: Qāf bis an-Nās (86 Seiten)
4.1.3 Khatm in zehn Tagen
  • Jeden Tag drei Ajzāʾ
  • Realistisch für Fortgeschrittene
4.1.4 Drei Ajzāʾ auswählen und täglich wiederholen
  • Eine Woche lang: dieselben drei Ajzāʾ wiederholen
  • In zehn Wochen: gesamter Qur’an durch
4.1.5 Zwei Khatm parallel
  • Khatm 1: Täglich zwei Ajzāʾ wiederholen, jede Woche neue zwei
  • Khatm 2: Gleichzeitig neuen Juz lernen und die ganze Woche wiederholen
  • Ideal bei längeren Lernpausen
4.1.6 Ein Khatm pro Monat
  • Täglich ein Juz
  • Niemals darunter fallen – das ist das Mindestmaß!
4.1.7 In den Gebeten wiederholen
  • Besonders in Tahajjud und freiwilligen Gebeten
  • In Ramaḍān: Tarāwīḥ als Wiederholungszeit nutzen
4.1.8 Wiederholung durch Tonaufnahmen
  • Besonders hilfreich bei Autofahrten oder vor dem Schlafen
  • Schnelle Rezitationen können hilfreich sein
4.2 Zu zweit wiederholen
4.2.1 Schüler liest Lehrer alles vor, was er weiß
  • Täglich eine Lektion aus dem bereits Gelernten
  • Lehrer legt Umfang fest
4.2.2 Gemeinsam lernen mit schrittweiser Wiederholung
  • Beispiel: Montag – Sūrah al-Baqarah Seite 1
  • Dienstag – Seite 2, Seite 1 wird weggelassen
  • So jede Woche eine Sūrah, ohne Wiederholung zu überlasten
4.2.3 Kreislauf-Wiederholung (besonders in Gruppen)
  • Erster rezitiert 1. Vers
  • Zweiter rezitiert 2. Vers
  • Dritter den 3. usw.
  • Dann von vorn beginnen
  • Fördert Konzentration und Gruppenzusammenhalt

Kapitel 5 – Empfehlungen und Bemerkungen

Strebe nach Exzellenz – und halte am Qur’an fest
  • Suche dir unbedingt einen autorisierten Lehrer mit Ijāzah, am besten mit kurzem Isnād bis zum Propheten ﷺ.
  • Lerne mindestens das Gedicht Matn al-Jazariyyah (Tajwīd). Wenn du weitergehen willst: ash-Shāṭibiyyah.
  • Wiederhole viel – und regelmäßig! Das Festigen des Gelernten ist keine Option, sondern Pflicht.
Habe ein System – und dokumentiere es
  • Halte fest, wann du ein Khatm bei einem Lehrer begonnen hast, wie viele Sitzungen du gebraucht hast, und wer zugehört hat.
  • Bitte deinen Lehrer, am Ende zu unterschreiben – als Zeugnis deines Weges.
Der Qur’an als ständiger Begleiter
  • Trage immer einen kleinen Muṣḥaf bei dir. Lass ihn dein ständiger Begleiter und bester Freund sein.
  • Halte dich an eine feste Ausgabe – wechsle nicht während des Hifz!
Halte deine Absicht rein
  • Verfolge die Ikhlāṣ (Aufrichtigkeit) ständig.
  • Wisse: Sünden, vor allem jene durch Auge und Ohr, löschen das Licht des Qur’an im Herzen aus.
Halte dich von Zeitverschwendung fern
  • Vermeide Fernsehen, Serien und Filme – sie vertreiben die Liebe zum Qur’an.
  • Plane deine Zeit: Womit wem und wofür willst du sie nutzen?
Nutze die Zeit deines Lebens
  • Es gibt Phasen, in denen das Herz offener ist fürs Lernen – nutze sie mit voller Kraft.
  • Wenn du deinen Hifz abgeschlossen hast, wende dich dem TafsīrUsūl al-FiqhḤadīthwissenschaftSīrah und islamischem Allgemeinwissen zu.
Halte durch – mit Brüdern an deiner Seite
  • Suche dir einen gläubigen Bruder, der dich begleitet.
  • Achte auf deine Gesellschaft. Suche dir Menschen, die dich aufrichten und mitziehen.
Und schließlich: Habe Geduld mit dir selbst
  • Langeweile ist der Feind – sei ihr stets einen Schritt voraus.
  • Lass den Qur’an zu deiner inneren Stimme werden – und dein Herz wird ruhen.
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Events

Ein unvergessliches Eid al-Adha Fest für unsere Maktab-Stars!

Ein besonderer Tag für besondere Kinder: Unsere 3. und 4. Maktab-Klassen erlebten einen strahlenden und herzerwärmenden Eid Al-Adha-Nachmittag – voller Freude, leckerem Essen und echter Gemeinschaft, al-ḥamdu liLlāh.

Ein Döner-Traum wird Wirklichkeit – die 3. Klasse feiert

Monatelang hatten unsere Drittklässler fleißig Sterne im Unterricht gesammelt – und mit Geduld und Disziplin ihre Belohnung erarbeitet. Nach wetterbedingten Verschiebungen war es endlich soweit: Der ersehnte Döner-Ausflug konnte stattfinden.

Mit 10 aufgeregten Kindern führte der Weg zu Hero Döner. Die Kinder verhielten sich vorbildlich, und sogar 10 individuelle Bestellungen wurden mit Ruhe und Freude entgegengenommen. Der Inhaber – möge Allah ihn segnen – zeigte sich geduldig, herzlich und sichtlich erfreut über den Besuch einer Gruppe aus der Moschee.

Kein Krümel blieb übrig, und was nicht sofort verzehrt wurde, wurde achtsam eingepackt. Der Rückweg zur Moschee war fröhlich, dank unerwarteter Unterstützung und vieler strahlender Gesichter.

Pizza & Begegnung – die 4. Klasse unter sich

Zur gleichen Zeit verbrachte die 4. Klasse einen ebenso schönen Nachmittag in der Moschee. Mit Pizza, Snacks und guter Stimmung wurde geredet, gelacht und die gemeinsame Zeit einfach genossen – ganz ohne Unterricht, dafür mit umso mehr Nähe.

Diese ruhige, freundliche Atmosphäre tat gut – Lehrerinnen wie Schülerinnen spürten: **Auch außerhalb des Dars verbindet uns etwas Starkes – unsere Schwesternschaft im Glauben.**

Ein Fest, das verbindet

Dieser Nachmittag hat gezeigt, wie wichtig solche Momente sind – außerhalb des Lehrplans, aber mitten im Herzen. Die Begegnungen, das gemeinsame Erleben, das Lachen und das Miteinander – all das stärkt die Verbindung zwischen Kindern, Lehrkräften und der Moschee.

Möge Allah ʿazza wa jall solche Gelegenheiten mehren, die Herzen unserer Kinder mit Freude und Liebe zum Islam erfüllen und uns allen ermöglichen, viele weitere solcher Feste gemeinsam zu erleben. Āmīn.

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Ein Spielenachmittag voller Wärme – Schwestern begegnen sich mit Herz

Am Samstag, dem 15. Juni 2025, wurde ein Raum unserer Moschee in Norderstedt zum Schauplatz eines besonderen Nachmittags: Ein Spielenachmittag, liebevoll organisiert von drei jungen Schwestern, verwandelte den Ort in eine Oase des Austauschs, der Freude und herzlichen Verbundenheit – alhamdulillah.

Mit viel Einsatz und Gespür für Atmosphäre wurde der Raum gemütlich gestaltet. Doch das wahre Highlight waren die frisch gebackenen Waffeln – serviert mit einer Auswahl an köstlichen Toppings. Ein süßer Mittelpunkt, der nicht nur Geschmack, sondern auch Gespräche und Lächeln brachte.

Es wurde gelacht, erzählt, gespielt. Neue Gesichter waren gekommen – und fühlten sich willkommen, als wären sie schon immer Teil der Schwesternschaft gewesen. Diese Offenheit und Wärme prägten die Atmosphäre – und erinnerten daran, dass Liebe um Allahs Willen eine der stärksten Bindungen ist.

Mehr als ein Spielenachmittag

Solche Begegnungen stärken mehr als nur Verbindungen – sie stärken Herzen. Im offenen Austausch, im ehrlichen Gespräch und im gemeinsamen Lachen wurde deutlich, wie wertvoll solche Momente für die Ummah sind. Nicht oberflächlich, sondern getragen von Echtheit, Zuhören und Respekt.

Viele Schwestern äußerten den Wunsch, diese Treffen zu wiederholen – und die Gemeinschaft weiter zu vertiefen. Um die Koordination künftiger Zusammenkünfte zu erleichtern, wurde eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen, in der sich interessierte Schwestern vernetzen und austauschen können.

Ein Bittgebet zum Abschluss

Möge Allah ʿazza wa jall uns noch viele solcher Nachmittage schenken, in denen Herzen sich finden, Verbindungen wachsen und Seiner gedacht wird – durch Freude, Begegnung und gegenseitige Liebe um Seinetwillen. Āmīn.

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Eid Al-Adha 2025 in Uelzen – Ein Fest der Freude, Begegnung und wachsenden Gemeinschaft

Am 10. Ḏū l-Ḥiǧǧa durften wir in Uelzen ein gesegnetes ʿĪd al-Aḍḥā erleben – in einer Atmosphäre voller Dankbarkeit, Zusammenhalt und spürbarem Wachstum.

Unsere Moschee war gefüllt – al-ḥamdu liLlāh mehr als im letzten Jahr. Das zeigt: Die Gemeinschaft wächst. Immer mehr Menschen lernen uns kennen, nehmen teil, bringen sich ein. Was einst klein begann, entfaltet nun sichtbar Wirkung.

Es war ein Tag der Freude:

Gemeinsames Gebet, strahlende Gesichter, Begegnungen mit alten und neuen Gesichtern.
Nach dem Gebet gab es ein gemeinsames Essen – offen und herzlich wie unsere Türen.
Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereit, und auch die Frauen und Familien hatten ihren Platz, um mitzufeiern und sich auszutauschen.

Die Atmosphäre war besonders – ruhig, voller Lächeln, voller Bewegung.
Ein ʿĪd, das nicht nur gefeiert, sondern gelebt wurde.

Möge Allah unsere Gemeinschaft weiterhin festigen, die Herzen vereinen und diesen Standort in Uelzen mit Licht, Beständigkeit und Baraka erfüllen.

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Schwesternschaft im Islam – Eine tragende Säule unserer Gemeinschaft

In einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit und Entfremdung erleben, bietet der Islam ein wertvolles Gegengewicht: die Schwesternschaft. Sie ist weit mehr als eine freundschaftliche Verbindung – sie ist ein Band, das durch Glauben, Barmherzigkeit und gegenseitige Verantwortung geknüpft wird. Eine Säule der Ummah, die trägt, heilt und verbindet.

Einheit durch Glauben – Allahs Gunst für unsere Herzen

Allah sagt im edlen Qur’an:

„Und haltet alle fest am Seil Allahs und spaltet euch nicht. Und gedenkt der Gunst Allahs an euch, als ihr Feinde wart und Er eure Herzen zusammenführte, so dass ihr durch Seine Gunst Brüder wurdet. Und ihr wart am Rande einer Feuergrube, und Er rettete euch davor. So macht Allah euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr rechtgeleitet werdet.“
(Sūrah Āl ʿImrān, 3:103)

Auch wenn dieser Vers allgemein die Bruderschaft anspricht, so schließt er die Schwesternschaft selbstverständlich mit ein. Es ist Allah, der die Herzen zusammenführt – aus Fremden werden Geschwister im Glauben. Und diese Verbindung ist kein Zufall, sondern eine Gunst, die getragen und gepflegt werden will.

Warum Schwesternschaft mehr ist als Nähe

Eine starke Schwesternschaft stärkt nicht nur das einzelne Herz, sondern die gesamte Ummah. Sie fördert gegenseitige Hilfe, das Streben nach Wissen, das Erinnern an Allah – und sie schützt vor Einsamkeit und Überforderung.

Wenn eine Schwester strauchelt, steht eine andere ihr zur Seite. Wenn der Glaube schwankt, erinnert eine dritte an das Jenseits. Und wenn Freude geteilt wird, wächst Liebe. So entstehen Gemeinschaften, in denen Glaube nicht nur gelernt, sondern gelebt wird.

„Die Gläubigen sind in ihrer Zuneigung, Barmherzigkeit und ihrem Mitgefühl zueinander wie ein Körper: Wenn ein Glied leidet, leidet der ganze Körper unter Schlaflosigkeit und Fieber.“
(Muslim)

Wenn eine Schwester leidet, tragen wir ihre Last mit – in Wort, Tat und Duʿāʾ. Diese Barmherzigkeit ist keine Option, sondern Teil unserer Religion.

Ein sicherer Raum – frei von Urteil, getragen von Vertrauen

In einer Welt, die muslimische Frauen oft mit Vorurteilen oder Missverständnissen konfrontiert, ist es umso wichtiger, sichere Räume zu schaffen. Orte, an denen Vertrauen und Barmherzigkeit spürbar sind. In unserer Schwesternschaft hat Verleumdung keinen Platz. Hier darf jede Schwester kommen, wie sie ist – mit Fragen, Zweifeln oder einfach mit dem Wunsch, dazuzugehören.

Ein geschützter Raum bedeutet, dass man sich öffnet, ohne Angst zu haben. Dass man Rat sucht, ohne verurteilt zu werden. Dass man weiß: *Ich bin nicht allein.*

Wie Schwesternschaft im Alltag gelebt wird
  • Begegnungen pflegen: Persönliche Treffen bei Vorträgen, Qur’an-Unterricht oder bei einer Tasse Tee schaffen Nähe.
  • Aufrichtig zuhören: Ein offenes Ohr kann oft mehr heilen als viele Worte.
  • Guten Rat geben – und annehmen: In Demut und aufrichtigem Wunsch nach dem Guten.
  • Verzeihen: Fehler sind menschlich. Groll schwächt – Vergebung stärkt.
  • Duʿāʾ füreinander: Das verborgene Gebet für eine Schwester ist eine der reinsten Formen der Liebe.
  • Barmherzigkeit leben: So, wie Allah uns Barmherzigkeit erweist – im Kleinen wie im Großen.
Einladung zum Schwestern-Treff

Jede Schwester, die sich nach echter Verbindung sehnt, ist herzlich eingeladen zu unserem wöchentlichen Schwestern-Treff – immer freitags um 16:30 Uhr. Ein Ort zum Lernen, Zuhören, Austauschen, Wachsen. Ob mit viel Wissen oder ersten Fragen – du bist willkommen. Ob mit Hijab oder auf dem Weg dorthin – du bist willkommen. Ob alleinstehend, Mutter oder suchend – du bist willkommen.

Fazit

Die Schwesternschaft im Islam ist ein Geschenk – eine Quelle der Kraft, des Trostes und der Nähe. Wer sie lebt, stärkt nicht nur sich selbst, sondern die Ummah als Ganzes. Lasst uns diese Verbindung pflegen – mit Barmherzigkeit, Offenheit und dem aufrichtigen Wunsch, Allahs Wohlgefallen zu erlangen.

Möge Allah unsere Schwesternschaft festigen, unsere Herzen vereinen und uns zu jenen machen, die sich im Diesseits helfen – und im Jenseits wiedersehen. Āmīn.

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Events

Eid Al-Adha 2025 in Norderstedt – Ein Neubeginn unter offenem Himmel

Mit der Erlaubnis Allahs durften wir in diesem Jahr das ʿĪd al-Aḍḥā-Gebet zum ersten Mal in unserem neuen Gebetsbereich im Hinterhof verrichten. Ein Ort, der noch im Aufbau ist – ohne Teppich, ohne Komfort, aber voller Bedeutung.

Die Reihen waren gefüllt. Die Luft kühl, aber voller Leben. Brüder nebeneinander, auf blankem Boden – Schulter an Schulter, Herz an Herz. Der Takbīr hallte über rohe Wände, der Duft des Morgens mischte sich mit Hoffnung. Wer dabei war, spürte: Dies ist nicht nur ein Ort im Werden – dies ist ein Ort, an dem Allahs Name bereits erhoben wird.

Natürlich war nicht alles perfekt – aber gerade das machte es besonders:

  • Der Boden war mit dem günstigsten „afghanischen Teppich“ bedeckt – dieser Kunststrohmatte, die mehr nach Baustelle als nach Majlis aussieht.
  • Da wir noch kein Licht installiert hatten, leuchtete ein Bruder dem Imām mit Handylicht auf seine Notizen – ein selten gesehener Sunnah-Scheinwerferdienst.
  • In der zweiten Rakaʿah fiel die Technik kurz aus. Die Folge: Ein Teil der Brüder betete im anderen Gebäude einfach nochmal – sicher ist sicher.
  • Nach dem Gebet, es regnete leicht – und etwa ein Dutzend Regenschirme wurden im Gebetsraum vergessen. Vielleicht mauern wir sie direkt ein, als Erinnerung.
  • Schön war auch, dass wir zum ersten Mal auf dem Boden beteten – nicht im 1. OG. Barrierefrei, bodennah und zugänglich – so wie es sein sollte.
  • Und ja – es gab kein Essen. Es war wirklich einfach nur das Gebet. Und das reichte vollkommen aus. Also…naja fast.

Und dennoch: Es war ein ʿĪd, das in Erinnerung bleibt. Nicht wegen der Perfektion, sondern wegen der Nähe. Nicht wegen der Dekoration, sondern wegen der Aufrichtigkeit.

„Wer für Allah eine Moschee baut – auch wenn es nur so groß wie das Nest eines Vogels ist – dem baut Allah ein Haus im Paradies.“
(Sunan Ibn Mājah)

Möge Allah diesen Ort festigen, segnen und ihn zu einer Quelle des Lichts machen – für alle, die kommen, lernen und beten.

Das war erst der Anfang. Und in shāʾ Allāh wird aus diesem Anfang etwas Großes erwachsen.

Eid al-Adha und die Segnungen von ‘Arafah-min
Neuigkeiten

Wichtige Mitteilung: Schwesterntreff – Eid al-Adha und die Segnungen von ‘Arafah

Liebe Schwestern,

bitte beachtet, dass unser geplanter Schwesterntreff am Freitag, den 6. Juni 2025, nicht stattfindet. Der Grund dafür ist, dass an diesem Tag das gesegnete Fest Eid al-Adha gefeiert wird.

Wir wünschen euch und euren Lieben von Herzen ein wunderschönes und gesegnetes Eid al-Adha! Möge Allah eure Gebete und Opfergaben annehmen und euch Freude und Frieden schenken. Amin!

Genießt die Zeit mit euren Familien und Freunden.

Ein Bonus dennoch 🙂 : Die Bedeutung des Tages von ‘Arafah

Während wir uns auf Eid al-Adha freuen, möchten wir euch an die immense Bedeutung des morgigen Tages erinnern: Donnerstag, den 5. Juni 2025, ist der gesegnete Tag von ‘Arafah. Es ist ein Tag, an dem das Fasten sehr empfohlen wird und Adiyat besonders erhört werden. Nutzt diese wertvolle Gelegenheit!

Die Gelehrten haben die Vorzüge dieses Tages hervorgehoben:
Imām al-Awza’i rahimahullāh sagte: „Ich sah Menschen, die ihre Bedürfnisse geheim hielten bis zum Tag von ‘Arafah, damit sie dann Allāh um diese bitten. Und manche von ihnen sagten: ‘Ich spreche seit 50 Jahren Bittgebete am Tag von ‘Arafah und es vergeht kein Jahr, ohne dass ich die Erfüllung von diesen sehe, so klar wie die Morgendämmerung.'” [Latā’if al-Ma’ārif S. 494]

Dies zeigt uns die Tiefe des Vertrauens und der Hoffnung, die Gläubige in die Annahme ihrer Gebete am Tag von ‘Arafah legen. Es ist ein Tag, an dem wir unsere Herzen öffnen und unsere aufrichtigsten Bitten an Allāh richten sollten.

‘Abdullāh Ibn al-Mubārak rahimahullāh sagte: „Ich trat am Abend von ‘Arafah zu Sufyān ath-Thawri ein, während er auf seinen Knien kniete und seine Augen Tränen vergossen, also wandte er sich zu mir und ich sagte zu ihm: “Weißt du, wer heute der Verlierer ist?” Er antwortete: “Derjenige, der denkt, dass Allāh ihm nicht vergeben wird!” [Latā’if al-Ma’ārif 301]

Diese Worte erinnern uns daran, niemals die Barmherzigkeit Allāhs zu unterschätzen, besonders an solch einem gesegneten Tag. Es ist ein Tag der Vergebung und des unbegrenzten Erbarmens. Mögen wir alle von Seiner Gnade profitieren. Amin!

Nächster Schwesterntreff

Wir freuen uns darauf, euch alle beim nächsten Schwesterntreff zu sehen, der am Freitag, den 13. Juni 2025, stattfindet. Dann werden wir uns wieder mit vollem Iman versammeln, in sha Allah.

Möge Allah unsere Taten annehmen und uns alle segnen. Amin.

Wir freuen uns auf euch!

UmmIsmail