Ramadan 2025: Rückblick auf einen unvergesslichen Ramadan im Darus-Sunnah
Der Mond des Ramadan ist vergangen, doch seine Spuren sind tief in unseren Herzen geblieben. 29 Tage voller Gebete, Gemeinschaft, guten Taten und unvergesslicher Momente. In diesem Monat hat Allah uns gezeigt, wer wir sein können – voller Eifer für den Islam, voller Liebe zur Masjid, voller Hingabe in unseren Gebeten. Nun blicken wir mit einem wehmütigen, aber dankbaren Herzen zurück.
Die Nächte des Ramadan – Tarawih & Itikaf
Jeden Abend kamen wir in der Moschee zusammen, Schulter an Schulter im Gebet, während der Imam uns durch den Qur’an führte. Die Tarawih-Gebete waren nicht nur ein spirituelles Highlight, sondern auch eine Gelegenheit, von den Geschichten der Sahaba zu lernen – erzählt in den kurzen Pausen zwischen den Gebeten. Und wie jedes Jahr war es eine Herausforderung, einen Platz zu finden: Alle Räume waren überfüllt, die Luft schwer von Anstrengung und Hingabe. Doch was gibt es Schöneres, als eine Masjid, die überquillt vor Iman?
Besonders in den letzten zehn Tagen wurde die Moschee zu einem Zuhause für jene Brüder, die Itikaf gemacht haben – in Abgeschiedenheit mit Allah, fern vom Alltag, nur mit Qur’an und Dua. Eine Atmosphäre der Ruhe, der Bittgebete, der Suche nach Laylatul Qadr.
Natürlich fehlte es nicht an Momenten, die uns zum Schmunzeln brachten. Jeder kennt es: Der Imam macht einen Fehler, aber die Person, die ihn korrigieren will, ist in einem anderen Raum – völlig überzeugt, dass der Imam sie natürlich hören muss. 🤣 Der Moment der Stille danach, wenn alle sich fragen: “Hat er es gehört oder nicht?” – unbezahlbar.
Und dann unser Treppenhaus. Während wir uns um unsere Herzen kümmerten, blieb es… nennen wir es “authentisch roh”. 😅 Aufgrund der Umbauarbeiten standen die Wände nackt, Stromkabel ragten heraus, und in den letzten Tagen gab es nicht mal mehr Licht. Wer nach Tarawih ins erste Obergeschoss wollte, musste sich mit dem Handylicht den Weg bahnen. Eine Prüfung der Geduld – oder eine ganz neue Form von Ramadan-Spiritualität?
Die Lektion des Ramadan – Nicht nur Gäste, sondern Bewohner der Masjid
Während dieser gesegneten Tage haben wir immer wieder daran erinnert: Wir dürfen keine “Ramadan-Muslime” oder “Jumuah-Muslime” sein. Unser Rabb ist nicht nur im Ramadan unser Herr – sondern das ganze Jahr über. Wenn wir es geschafft haben, 30 Tage lang täglich in der Masjid zu sein, wie können wir es nicht schaffen, zumindest einige Male in der Woche zu kommen?
Die Shayatin waren gefesselt, und das war spürbar: Die Atmosphäre war erfüllt von Liebe, von Nächstenliebe, von dem Bemühen um gute Taten. Denn Ramadan bedeutet nicht nur Fasten – es bedeutet Charakterbildung, Geduld, Großzügigkeit. Allah will nicht, dass wir nach 30 Tagen wieder in alte Muster verfallen. Der Ramadan ist ein Training, um die nächsten elf Monate genauso motiviert zu bleiben.
Ein Monat der Gemeinschaft – Iftar & neue Geschwister im Islam
Die Schwestern trafen sich jeden Freitag zum gemeinsamen Iftar – eine wunderbare Tradition, die den Zusammenhalt stärkte. Auch die Brüder hatten ihre feste Runde: Jeden Samstag gab es ein anderes kulturelles Essen, von afghanisch über türkisch bis hin zu arabisch. Es war mehr als nur ein gemeinsames Essen – es war eine Feier der Vielfalt unserer Ummah.
Und noch ein besonderer Moment dieses Ramadans: Ein Bruder und eine Schwester haben sich entschieden, den Islam anzunehmen! Allahu Akbar! Möge Allah sie standhaft machen und ihr Herz mit Licht erfüllen.
Der Ramadan in der Maktab – Kinder voller Eifer
Auch unsere kleinen Muslime haben diesen Monat auf besondere Weise erlebt. Der Unterricht wurde gezielt auf Ramadan ausgerichtet: Die Kinder lernten über gute Taten, bastelten Eidgeschenke für ihre Eltern und übten, ihre privaten Spielsachen zu spenden. Es war wunderschön zu sehen, wie sie voller Freude Gutes tun wollten – ein Zeichen, dass Iman von klein auf wächst.
Die 27. Nacht – DER Ramadan für viele?
Und dann kam sie – die 27. Nacht. Plötzlich war die Masjid voll wie nie zuvor, Gesichter, die wir das ganze Jahr nicht gesehen hatten. Für viele Muslime ist die 27. Nacht der Höhepunkt – und leider oft auch das Ende ihres Ramadans. Ein bisschen traurig, aber vielleicht auch eine Erinnerung an uns alle: Der wahre Diener Allahs ist nicht nur ein Gast des Ramadans, sondern ein Bewohner der Masjid – das ganze Jahr über.
Die letzten 10 Nächte – Die Suchenden im I’tikaf
Besonders beeindruckend war die Hingabe der Brüder, die die letzten zehn Nächte im I’tikaf verbracht haben. Während wir nach Tarawih nach Hause gingen, um zu schlafen, blieben sie in der Moschee, vertieft in Dhikr, Qur’an und Dua. Die Stille der Nacht wurde nur durch das leise Flüstern von Bittgebeten durchbrochen. Möge Allah ihre Mühen annehmen und ihnen all das schenken, worum sie Ihn gebeten haben.
Ein Ende, das ein Anfang ist
Der Mond des Ramadan ist untergegangen, aber sein Licht bleibt in unseren Herzen. Möge Allah unsere Gebete, unser Fasten und unsere guten Taten annehmen. Und möge Er uns die Kraft geben, dieses Feuer in unseren Herzen die nächsten elf Monate am Brennen zu halten.
Ramadan mag vorbei sein – aber unser Weg mit Allah (swt) geht weiter.